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Wir können Ihnen drei Informationen zum Friedensberg anbieten:

(1)   Der Roman


Unser Roman zeigt Ihnen, wie der Ort vor 1500 Jahren zur Zeit der letzten Germanen Rügens energetisch aufgebaut wurde und wie man ihn heute noch nutzen kann. Begleiten Sie „Anselm und Ragin“ auf ihrer spannenden Reise zur Selbsterkenntnis und zum tiefen Verständnis um die geheimen Bräuche einer germanischen Sippe.
>> Eine Leseprobe erhalten Sie weiter unten<<

=> Bestellung auf der Kontaktseite:   11,50 € zzgl. Porto

(2)   Die Betriebsanleitung

Die Anleitung (1,- €)

Wer diesen Ort auch heute für sich nutzen möchte, dem bieten wir eine Kurz-Anleitung für 1,- €. Hier sind die einzelnen Stationen beschrieben und die wichtigsten 3 Möglichkeiten der Selbst-Diagnose. Erleben Sie Ihre Wahrheit – und machen Sie dann damit, was Sie wollen.

=> Bestellung auf der Kontaktseite:    1,00 € (nur mit dem Roman. Sonst an der Kurverwaltung in Sellin).

(3)    Die Infobroschüre D / E                                 0,00 €
Die Infobroschüre erhalten Sie auf der Startseite im zweiten Beitrag kostenlos als Download. Wählen Sie aus!

Leseprobe:

 

Raunächte

Es ist die zweite Nacht nach dem Yulfest. Draußen ist es bitterkalt und eine dünne Schneedecke hat sich über die sanften Hügel rund um die Blockhütte gelegt. Aber im Innern des stabilen Hauses ist es angenehm warm. Godelief blickt von Ihrer Webarbeit auf als sich die Tür öffnet und ihr Sohn Anselm einen Hauch von Schnee und Kälte mit nach drinnen bringt. Obwohl es schon lange dunkel ist, war Anselm noch einmal im äußeren Stall bei der Kuh. Godelief macht sich Sorgen um das Tier; den ganzen Tag ist es nicht aufgestanden und es hat heute auch nicht so viel Milch gegeben wie sonst. Die Breiportionen der Familie fielen deshalb entsprechend klein aus. Wenn sie die Kuh wenigstens in dem Verschlag im Haus unterbringen könnten, in dem sie die kalten Nächte normalerweise gemeinsam mit den Ziegen, Hühnern und dem Pony verbringt und der viel wärmer ist als der äußere Anbau. Doch am Morgen hat sich das Tier unbemerkt in den Unterstand neben dem Vorratspeicher zurückgezogen und nun ist es zu schwach für einen weiteren Umzug.

Ragin sieht den Kummer in den Augen seiner Frau und nimmt sie sanft in den Arm. „Mach Dir keine Sorgen, Mutter. Anselm und ich gehen gleich morgen los und suchen nach Kräutern. Der Schnee ist nicht sehr hoch, manche Stellen sind sogar ganz frei. Da sollte es uns nicht schwer fallen, das Richtige zu finden. Nicht wahr, Junge?“ Er blickt zu Anselm hinüber, der zur Feuerstelle gegangen ist und Holz nachlegt. Godelief beobachtet Ihren Sohn voller Stolz, aber auch mit einem Anflug von Wehmut, als er sich zu seinen Eltern umdreht, nickt und sie mit ernstem Blick anlächelt. Mittlerweile überragt Anselm seine Mutter um Haupteslänge; bald wird er so groß sein wie sein Vater. Seine Kindheit ist endgültig vorbei, schießt es Godelief durch den Kopf. Irgendwann in diesem Sommer ist Anselm erwachsen geworden. Bald wird er sich eine Frau suchen und seine eigene Familie gründen. Sie lächelt ihren Sohn zärtlich an. Am liebsten würde sie zu ihm hinüber gehen und ihm über das lange, goldblonde Haar streichen, das sein Gesicht wie ein Schleier umrahmt. Doch sie weiß, dass er solche Gesten überhaupt nicht mehr schätzt. Mit seinen kräftigen Schultern und den klaren blauen Augen wird er den Mädchen den Kopf verdrehen, denkt sie amüsiert. Denn dieser Gedanke bereitet ihr keine Sorge. Mit seinen 17 Jahren ist Anselm ein ernsthafter junger Mann, der sich immer, wenn es die Arbeit erlaubt, zum See oder auf den Hügel zurückzieht, um seinen Gedanken nachzuhängen. Er würde niemals etwas tun, das er nicht verantworten kann oder das gar Schande über seine Familie bringen würde.

In seiner Besonnenheit ähnelt Anselm seiner älteren Schwester. Alwina ist 19 und ihrem Bruder nicht nur im Wesen ähnlich. Ihr Haar ist noch etwas goldener, ihre Augen sind von dunklerem Blau und erinnern an einen tiefen, unergründlichen See. Ihre Gestalt ist schmal, aber kräftig und ihre Figur hat schon längst das Kantige der Jugendjahre gegen eine runde Weiblichkeit getauscht. Godelief wirft einen Blick zu ihrer Ältesten hinüber, die ihr gegenüber am zweiten Webstuhl sitzt und in ihre Arbeit versunken ist. Wahrscheinlich denkt sie gerade an Wiborg, vermutet Godelief und lächelt nun breiter in sich hinein. Alwina glaubt tatsächlich, dass niemand etwas von ihrer Liebe weiß; dabei ist die Veränderung selbst für Menschen offenkundig, die Alwina weniger gut kennen als ihre Familie. Im Sommer hat sie Wiborg häufig getroffen und nach jeder Begegnung mit ihm so viel gute Laune versprüht, dass Godelief ihre ernste und besonnene Tochter manches Mal kaum wieder erkannt hat. Alle freuen sich mit Alwina und Wiborg über ihr Glück; schließlich sind beide Familien schon seit ewigen Zeiten miteinander befreundet. Doch weil bisher keiner von beiden das Geheimnis gelüftet hat, bewahren auch die anderen Stillschweigen und tun so, als hätten sie nichts bemerkt. Sobald Alwina sich wegdreht, werfen Eltern und Geschwister sich freilich viel sagende Blicke zu und vor allem Lynn kann sich manchmal nicht zurückhalten und muss ihre große Schwester einfach necken.

Aber wann wäre Lynn mal nicht zu einem Scherz aufgelegt. Godelief und Ragins jüngste Tochter ist nun 14 Jahre alt und lässt nichts von der grüblerischen Stille und Zurückgezogenheit spüren, die ihre Geschwister in diesem Alter entwickelt haben. Im Gegenteil: Wie ein Wirbelwind fegt sie von morgens bis abends durch die Familie; und wenn sie dabei nicht so überaus liebenswert wäre, würde es den anderen mit ihren Späßen sicher manches Mal zu viel werden. Godelief mag gar nicht daran denken, was geschieht, wenn Lynn in das Alter kommt, in dem sie die Aufmerksamkeit der jungen Männer erregt. Mit ihren wilden dunklen Locken und den lebendigen blauen Augen wird sie vermutlich einen ganzen Schwarm von Verehrern anlocken. Äußerlich kommt sie auf ihren Vater, denkt Godelief amüsiert. Und die gute Laune hat sie auch von ihm. Doch Ragin ist zum Glück wesentlich besonnener. Aber auch wenn Lynn ohne Zweifel das anstrengendste ihrer Kinder ist, weiß Godelief ganz genau, dass das Leben der anderen ohne sie nur halb so schön wäre. Lynn bringt die unbeschwerte Freude in den Alltag der ansonsten ruhigen Familie. Dennoch ist Godelief froh, dass Sonnwinni, ihr Jüngster, offenbar eher seinen beiden älteren Geschwistern ähnelt. Sonnwinni ist erst sechs Monate alt und ein ruhiges und ausgeglichenes Kind, das sich besonders freut, wenn seine Geschwister mit ihm spielen. Auch jetzt genießt er es brabbelnd, dass Lynn ihm Lieder vorsingt und sein Körbchen im Rhythmus der Melodie schaukelt. Godelief muss an die drei anderen Kinder denken, die sie geboren hat und die nicht lange auf dieser Welt verweilten. Für einen Augenblick verdüstert sich ihr Gesicht. Sie erinnert sich an den Schmerz, der sie traf als sie sich von ihnen trennen musste. Aber die trüben Gedanken verschwinden schnell wieder. Godelief hat gelernt, das Schicksal anzunehmen. Sie weiß, dass die Natur ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt und dass es keinen Sinn hat, sich gegen den Ratschluss der Götter aufzulehnen.