MABON

„MABON“

ist das Fest der Tag- und Nachgleiche im September. Dieses bedeutende Fest feierten die germanischen Stämme in einem ganz besonderen Bewusstsein.

Es ist   „Das Schwellenfest“.   Wenn man den Jahreskreis auf den Tag überträgt, dann entspricht dieses Fest dem Sonnenuntergang, dem Abendrot und der Dämmerung. Es ist ein Zwischenzustand zwischen Tag und Nacht. Das ist immer auch eine Nahtstelle zur Anderswelt, zu ganz besonderen Gefühlszuständen. Wir begegnen hier den alten Märchen und Sagen und unserer Phantasie. Das ist auch der Grund, warum die Hinweistafeln vom Friedensberg die Aufschrift: „Die Anderswelt“ enthalten; es ist die „Die Anderswelt auf dem Friedensberg“.

Jeder weiß, wie schön die Abenddämmerung sein kann, wie intensiv die Farben eines Sonnenuntergangs sind, das Spannungsfeld zwischen untergehendem Licht und schon heraufkommender Nacht. Und so ist es auch im Herbst, dem großen „Sonnenuntergang des Jahres“.

Mit dem richtigen Fuß

Im Jahreskreis stehen wir also an einer Schwelle: Der Sommer geht zu Ende und die dunkle Jahreszeit steht vor der Tür. Wir können in beide Richtungen schauen, in den Sommer zurück und auf die Zeit vor uns.
Die Menschen früher hatten ein ganz deutliches Gefühl dafür, wie wichtig es ist, was man für einen ersten Schritt in die neue Zeit macht. Dass man sozusagen und übertragen mit dem richtigen Fuß über die Schwelle trat.
Jeder von uns kennt das Gefühl, auf einer Schwelle zu stehen und den 1. Schritt wagen zu müssen in ein Ungewisses hinein, das eher noch im Dunkeln liegt.

Früher hat man Opfer erbracht, um über die Schwelle zu gelangen.
Mit dem falschen Fuß aufzustehen, oder mit dem „falschen Fuß“ über die Schwelle zu gehen, konnte ein ganz schlechtes Omen sein. Der „falsche Fuß“ oder „richtige Fuß“ bedeutete die innere Haltung, mit der man hinüberging. Und „Fuß“ war das direkteste Beziehungssymbol für die Muttergöttin oder die Natur und die Verwurzelung in ihr. War diese Beziehung gegeben, war es immer der „richtige Fuß“.